Fakten

Die Chancengleichheit im Acherner Bildungssystem & das Acherner Schulsystem ist in Gefahr!

 

Sachlage:

Es besteht erhöhter Lehrraumbedarf der Gemeinschaftsschule Achern, da immer mehr Schüler aus den Stadtteilen in die Gemeinschaftsschule gehen und außerdem mehr Ganztagsbetreuungsplätze benötigt werden.

Folgen:
  • die Kinder können nicht, wie durch das pädagogische Konzept vorgegeben, unterreichtet werden, es fehlen Schulräume und Fachräume wie z.B. naturwissenschaftliche Räume
  • es gibt keine optimalen Arbeitsbedingungen auf Grund von Raumnot
  • es können keine weiteren Schüler in der Ganztagsbetreuung aufgenommen werden
ABER:
  • Lehrräume werden nicht am Standort der Gemeinschaftsschule, durch Umbau- oder Sanierungsmaßnahmen, nachhaltig erstellt
  • die baulichen Möglichkeiten sind nicht durch einen sachkundigen Architekten geprüft worden
  • es werden die im Doppelhaushalt der Stadt 2016/2017 fixierten 800.000€ in Verwaltungsgebäude an der Gemeinschaftsschule investiert und nicht in Maßnahmen, welche direkt Raumbedarf decken können, wie z.B. Erneuerung der Feuertreppe (300.000€) und Sanierung der Gebäude.
  • durch die fehlende weitsichtige Planung der Acherner Stadt- &  Schullandschaft wird das Problem weiter aufgeschoben, es hätte z.B. bereits durch einen mehrstöckigen Neubau der Jahnhalle entschärft werden können etc.

 

Lösung – laut Stadtratsbeschluss:

Die gesamte Schulform der Achertalschule wird 2017/2018 nach Fautenbach verlegt.

Dies ist keine nachhaltige Lösung für den wachsenden Platzbedarf der Gemeinschaftsschule, sondern nur eine schnelle Lösung der aktuellen Raumnot.

Außerdem hat es für die Schüler der Achertalschule, mit unterschiedlichen Einschränkungen und welche von der Klassenstufe 1-9 hier unterrichtet werden, weitreichende Folgen:

Netzwerke und Lernpartnerschaften

  • können nicht, ohne Hindernisse, gelebt werden und fortbestehen
  • z.B. Kooperation mit der Gewerbeschule (Metallkurs Klasse 7-9), Diakonie z.B. Oberlin-Haus und Beratungsstellen, Bogenschieß-AG, Schulgarten, Kooperation mit Acherner Betrieben sowie selbstständige Wege zu Therapeuten in der Stadt nach der Schule…

Teilhabe & Lebenspraxis

  • die Förderung, durch die Lehrer der Achertalschule, im lebenspraktischen Bereich würden so wie heute nicht mehr möglich sein. So gehen die Lehrer mit ihren Schülern einkaufen (und anschließen kochen), zu Beratungsstellen und besuchen zusammen weiteren Einrichtungen und Institutionen in Achern
  • Bei der Suche nach Prakitumsstellen benötigen viele Schüler aktive Unterstützung, so gehen die Lehrer mit diesen Schülern zusammen zu den Betrieben entlang der Hauptstraße um eine Praktikumsstelle zu finden
  • die selbstbestimmte und selbstständige Teilhabe am gesellschaftlichen und kulturellen Leben in der Stadt Achern wird den Kindern erschwert, wenn nicht sogar genommen!

Dies möchten wir ein einer Karte veranschaulichen, diese können Sie auch größer anschauen/bzw. in der GoogleMaps-App

Schulweg

  • Selbstständiges Bestreiten des Schulwegs wird für viele Schüler/innen, in bisheriger Form, nicht mehr möglich sein. Es wird den Schülern, die aus dem Achertal kommen, ein zusätzlicher Umstieg zugemutet. Schüler aus Achern können nicht mehr in die Schule laufen, sondern müssen öffentliche Verkehrsmittel nutzen.
  • einige Eltern können ihre Kinder nicht selbst befördern, da sie z.B. kein Auto besitzen oder die Arbeitszeiten das Holen und Bringen ihrer Kinder nicht ermöglichen
  • die Kinder werden zusätzlichen Gefahren im Straßenverkehr ausgesetzt
  • um öffentliche Verkehrsmittel nutzen zu können, müssen die Schüler/innen die Uhrzeit lesen können, den Busfahrplan und Zielorte auf den Bussen beim Umsteigen – dies können einige Schüler/innen nicht, – oder können Sie erkennen welcher Bus nach Fautenbach fährt:

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  • den Schülern/innen aus Achern Kernstadt wird die Teilhabe genommen, mit ihren Nachbarskindern gemeinsam in die Schule zu laufen!
  • die aktuelle Beförderung der Erst- und Zweitklässler ist jetzt den schon Kindern schwer zumutbar und wir sich nach Fautenbach weiter verschlechtern:
    • die Kinder sind bis zu einer Stunde unterwegs, wenn es keine Verzögerungen gibt,
    • siehe Fahrplan des Unternehmens Baden Blitz, welches mit nur einem Fahrzeug von der Stadt bezahlt wird:

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  • die Beförderung mit einen speziellen Bus, der die Schüler/innen eventuell von Fautenbach nach Achern befördern soll, wenn die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel doch scheitert, bedeutet für die Schüler/innen eine erhebliche Stigmatisierung

Schulgebäude Fautenbach

  • Die Bedingungen für die Achertalschule in Fautenbach sind nicht optimal,
  • es fehlen Räume, laut Herr Schneider – Schulleiter der Achertalschule  (siehe Zeitungsbereicht)
  • die Grundschule nutze Räume im Haupthaus, welche der Achertalschule in Aussicht gestellt wurden
  • es entstehen weitere Kosten durch den Umbau der Schule in Fautenbach – und ist nicht etwa kostenneutral wie von der Stadt dargestellt
  • die größere Schulküche in Fautenbach ist laut Herr Schneider kein ausschlagkräftiges Argument zum Wechsel des gesamten Standorts

Weitere Folgen:

  • Die Sonderpädagogen der Achertalschule sollen nicht nur die Begutachtungstermine im ganzen Achertal bewältigen, sondern für Beratungstermine zwischen Fautenbach und Achern pendeln, und zusätzlich in die Gemeinschaftsschule kommen – um dort die inklusiv beschulten Kinder zu unterstützen und zudem ihre eigene Klasse unterrichten!?
  • Wenn in absehbarer Zeit der Raumbedarf der Gemeinschaftsschule weiter wachsen wird, was dann?
    • Wird die Musikschule verlagert?
    • Was geschieht mit den Beratungsstellen im Gebäude der Achertalschule? (Sonderpädagogische Frühberatungsstelle für besonders förderungsbedürftige Kinder und Sonderpädagogischer Dienst)
    • Muss die Realschule Schulräume bereitstellen, oder gar das Gymnasium?
    • Wie und wo sollen Fachräume für die Gemeinschaftsschule entstehen, in der Achertalschule? Und wie finanziert?
    • Müssen die Schüler der Gemeinschaftsschule in der Zukunft mehrfach zwischen mehreren Gebäuden, außerhalb des „geschützten“ Schulgeländes pendeln?

Probleme aufschieben, statt lösen?!

Die Probleme werden durch die Verlegung der Achertalschule nicht gelöst, sondern nur aufgeschoben.

Die Stadt Achern möchte -heute- keine nachhaltige Stärkung der Gemeinschaftsschule durchführen und deshalb werden höhere Folgekosten entstehen.

Der Verbleib der Achertalschule in der Kernstadt ist nicht der Grund für die Probleme der Gemeinschaftsschule und der Ganztagsbetreuung, wie es teilweise in der Presse dargestellt wird – vielmehr die fehlende weitsichtige Stadt- und Schulraumplanung.

Außerdem ist die Verlegung der Achertalschule kein Schritt Richtung Inklusion und sozialem Achern und entspricht keinesfalls der 2009 ratifizierten UN-Behindertenrechtskonvention.

Was ist denn dieses „Inklusion“ und Teilhabe?

 

Präsentation downloaden

Wir durften am 26.09.16 uns und unsere Beweggründe in einer öffentlichen Gemeinderatssitzung vorstellen,

hier können Sie sich die Präsentation ansehen / herunterladen:

Präsentation