Lutz Schneider

s_luiz-e-rafael-likeAls Schulleiter der Achertalschule bedanke ich mich herzlich für das Engagement der Elterninitiative für den Erhalt des Schulstandortes der Achertalschule.

Die Schüler unserer Schule haben einen festgestellten Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot. Sie benötigen besondere Hilfen beim schulischen Lernen, dem Erwerb der Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen. Ziel aller unserer schulischen Arbeit ist die Kinder und Jugendlichen auf ein selbstbestimmtes Leben in der Gesellschaft und das Arbeitsleben vorzubereiten.

Für unsere Schülerinnen und Schüler mit besonderen und erschwerten Lernvoraussetzungen, für unsere Eltern und unser Schulkonzept bedeutet der Standort unserer Achertalschule in der Kernstadt:

  • gute Erreichbarkeit und kurze Wege für alle unsere Schülerinnen und Schüler in einem großen Einzugsgebiet
  • Teilhabe am gesellschaftlichen Leben in der Kernstadt durch Begegnungen und gelebte Nachbarschaft mit anderen Schulen
  • vielfältige, lebenspraktische Lernfelder für unsere Schüler durch Lerngänge zu Behörden, Ämtern, Volksbank und Sparkasse, Geschäften, Wochenmarkt und anderen Einrichtungen
  • Teilhabe am schulischen Leben für alle Eltern und Schüler, die auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind, bei Förderplangesprächen, Elternabenden, Festen und Feiern sowie den Angeboten unseres Fördervereins
  • Kooperationen mit vielfältigen außerschulischen Partnern wie z. B. der Gewerbeschule, Ausstellungen von Kunstwerken unserer Schüler, dem Bogenverein oder den Kirchen.

Der oft angeführte Vergleich unserer Schüler mit Kindern der Sprachheilschule Wagshurst (Maiwaldschule) oder den Grundschulförderklassen ist aus zwei Gründen unzutreffend:

1. Die Beförderung der Schüler der Maiwaldschule und der Grundschulförderklassen erfolgt nicht durch den öffentlichen Nahverkehr, sondern durch private Taxiunternehmen. Unsere Schüler dagegen müssen ab der 2. Klasse mit dem öffentlichen Nahverkehr zur Schule kommen.

2. Schülerinnen und Schüler der Maiwaldschule werden nach dem Lehrplan der Grundschule unterrichtet und besuchen nach der Grundschulzeit die Regelschule. Kinder der Grundschulförderklassen sind vom Schulbesuch für ein Jahr zurückgestellt und besuchen anschließend die Grundschule an ihrem Heimatort.

Durch eine Verlegung der Achertalschule nach Fautenbach befürchte ich eine deutliche Verschlechterung für unsere pädagogische Arbeit. Eine Besichtigung des Kollegiums der Räumlichkeiten in Fautenbach vor wenigen Wochen hat ergeben, dass auch Räume im bestehenden Hauptschulgebäude von der Grundschule Fautenbach benötigt werden. Weiterhin sind bei einem Umzug der Achertalschule nach Fautenbach Umbaumaßnahmen dringend notwendig, da die vorhandenen Räumlichkeiten aktuell nicht den Grundanforderungen der Achertalschule entsprechen.

Hinzu kommt, dass unserer Schule 2 Beratungsstellen angegliedert sind, für die in Fautenbach keine Räume zur Verfügung stehen:

  • Beratungsstelle für sprachauffällige Kinder
  • Beratungsstelle für besonders förderungsbedürftige Kinder

Beide Beratungsstellen für Kinder im Vorschulalter sind ebenfalls auf eine gute Erreichbarkeit für die Eltern angewiesen.

Abschließend stelle ich fest, dass uns der plötzlich festgestellte Raumbedarf der neuen Gemeinschaftsschule völlig überrascht hat. Nach den öffentlichen Verlautbarungen in den Medien anläßlich der Genehmigung durch den Gemeinderat gab es hierzu keinerlei Hinweise.

Eine kostenneutrale Lösung für den von Herrn Moll für die Gemeinschaftsschule angeforderten Raumbedarf wird auch der Zwangsumzug der Achertalschule nicht sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.